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Kitas zur Bildung! PDF Drucken E-Mail

Projekt des RSF

Initiative Kitas zur Bildung

Start der Initiative "Kitas zur Bildung war mit dem 4. RSF-Info-Abend des Rheinischen Stifterforums am 29. Januar 2015 in der Musikschule Düsseldorf. Im Juni 2016 folgt ein weiterer RSF-Info-Abend in der Hochschule Düsseldorf mit Frau Professorin Irene Dittrich zum Thema.

Die Impulsreferentin Frau Professorin Heike Helen Weinbach der Hochschule Rhein-Waal referierte in 2015 zum Thema:

"Was Kinder anders verstehen.  Kreativität und (De-)Konstruktion in der frühkindlichen Bildung"

Hinzugefügt hat sie am Schluß noch einen entscheidenden Aspekt von Humor von Kindern. Den Vortrag zusammengefaßt finden Sie unten angehängt.

 

Unsere Initiative des RSF:

Initiative KITAs zur Bildung

 

Mitwirkende gesucht!

Wollen Sie sich in diesem Change-Prozess einbringen? Dann melden Sie sich bitte. Wenn viele NPOs im Bildungsbereich aber auch Interessierte von Kommunen oder Eltern immer wieder auf neue Aspekte aufmerksam machen, so wird eine größere Diskussion in der Öffentlichkeit losgetreten, die damit dieses Thema beflügeln hilft.

Hauptsächlich tragen Maren Jackwerth mit den beiden Mitwirkenden die Initiative:

Professorin Heike Helen Weinbach, Hochschule Rhein-Waal, Pädagogik mit dem Schwerpunkt Didaktik im Kindesalter.

Professorin Irene Dittrich, Hochschule Düsseldorf, Studiengangsleiterin Pädagogik der Kindheit und Familienbildung. Sie verantwortet mit anderen u.a. auch den Nationalen Kriterienkatalog: Päd. Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder / Bereich Mahlzeiten und Ernährung.

Ein Anfang ist schon mit dem Kochbuch "Einfach gesund kochen", welches in Kürze erscheint. Es ist adressiert an Jedermann aber auch an Junge Eltern. Und es soll als Anleitung für Kitaleitungen dienen, wenn diese die Essensauswahl treffen.

Hierüber ist Herr Dr. Andre Kleinridders, Deutsches Institut für Ernährungsforschung eingebunden.

Auch mit Vertretern der Stadt Düsseldorf stehen wir bereits im Austausch. So planen wir gerade ein mobiles Gewächshaus, welches das Gemüesebeet zu den Kitas und Grundschulen bringt. Herr Klaus Kurz vom Umweltamt bündelt alle Projekte für die Schulen in Düsseldorf. Auch mit dem Jugendamt Düsseldorf stehen wir hier in Kontakt.

Aber wir suchen weitere Interessierte! Sind Sie dabei?

An diesem spannenden Vortrag vom 29.1.2015 zeigt sich, dass die Denkweise in den Kitas noch positiver aufgebrochen werden sollte. Eher weg von tradierten Kita-Ausstattungen hin zu frei konzipierten Räumen, wo Kinder sich ausprobieren dürfen - bis hin zum "Zerstören", ein wichtiger Prozess bei Kindern. Alle Bereiche der Kreativität Kunst, Musik, Bewegung und technisches Wissen sollten gleichermaßen in einer Kita angeboten werden. Ansätze, wie reine Bewegungs-Kita, nur Musik-Kita, scheinen zu eng gefasst.

 

Situationsbedingter Ansatz mag manchmal das Zauberwort heißen, um Kinder aus einer Spielsituation nicht immer herauszureißen, aber es müssen auch morgens Aufgaben vorgestellt werden, bei denen die Kinder zugreifen dürfen und es sollte vermehrt jedes Kind angeregt werden, ein neues Angebot auszuprobieren. Und wenn auf dem Boden sich morgens ein Haufen mit Wolle, Filz und Kugeln findet und die Kinder damit spielen und/oder basteln dürfen - sie werden zugreifen.

Singen umfasst nicht nur Lieder singen und Fingerspielreime, sondern auch die Auseinandersetzung mit Musik, gar mit Musikinstrumenten und dem Klang-Erzeugen von Musik. Da kommen unter Umständen externe Anbieter wie eine Musikschule ins Spiel. Auch bei Kunst kann über das kita-eigene Angebot hinaus an eine Jugend Kunstschule, wie die in Köln oder den Museumskoffer der Kunstsammlung NRW oder ein Besuch einer Museumswerkstatt gedacht werden. Und Musik mit Tanz verbindet wunderbar die Bereiche Musik und Bewegung. Daneben werden Emotionen ausgedrückt, ein Mehrwert für jedes Kind.

Zu ergänzen ist hier weiter, dass der NRW-Ansatz "Kein Kind zurück lassen" in punkto Bewegung auch in vielen Kitas noch keine große Rolle spielen: Selbst wenn es regnet, sollten Kinder rausgehen, da sie Regen ganz anders empfinden und gerade in Großstädten der Bewegungsdrang somit gut gestillt werden kann. Sport in der Kita sollte neben "toben lassen", auch einen Parcours mit kleinen Hüpfaufgaben beinhalten. Vielleicht bedarf es da einiger weiterer Anregungen an die Erzieher/innen. Vielleicht muss auch die Ausbildung des Übungsleiterscheines überdacht werden.

Kreativität ist nämlich nicht im rein Künstlerischen zu verstehen und damit auch für Jedermann umzusetzen.

Erzieherin/innen müssen an diese neuen Sichtweisen herangeführt werden, ein Prozess des Umdenkens sollte so erreicht werden. Und die jüngeren Erzieher/innen von den Fachhochschulen mit Bachelor-Abschluß sollten seitens der Kita-Leitung mit ihrem Wissen abgerufen werden: Immerwährendes Lernen und Weitergabe von Wissen auch an ältere Erzieher/innen lautet das Ziel. Auch die Qualifikationen von Kita-Leitungen müssen überdacht werden, aktuell reicht eine dreijährige Ausbildung zur Erzieher/in und drei Jahre arbeiten in einer Kita, um die Leitung zu übernehmen. Das mag oftmals ausreichend sein. Aber vielleicht ist ein Bachelor im Bereich frühkindlicher Pädagogik dennoch hilfreich. Denn eine solche Kraft  benötigt Kenntnisse in Mitarbeiterführung, Projektumsetzung, Nachhalten solcher Projektpläne, Evaluation von Projekten/Bildungs-Konzepten.

Woran liegt also die manchmal bestehende Stagnation in Kita-Betrieben? Es liegt wohl an den Schlüsselzahlen, wie viele Kinder pro Erzieher in einer Gruppe sind, an der Wertschätzung, die die Erzieher/innen erfahren, deren Gehalt aber vielleicht auch an fehlenden Hilfestellungen, um geänderte Sichtweisen des Kita-Alltags zu präsentieren und umzusetzen.

Auch die Einbeziehung der Eltern muss vermehrt geübt werden. Nur wenn diese einbezogen werden, kann Familie und Kita im Positiven ineinander greifen. Oftmals aber werden die Eltern noch nicht einmal über den Tagesablauf informiert.

Und die gefühlte permanente Überlastung mancher Erzieher/innen sollte ernst genommen werden.

Können hier zwingende Basis-Konzepte verpflichtend für alle Träger einer Kommune sinnvoll sein? Und wer hält deren Umsetzung in den einzelnen Kitas nach?

Vortragsinhalt vom 29. Januar 2015 Professorin Heike Helen Weinbach finden Sie hier:

Erst einmal erläuterte sie anschaulich, wie Kita-Arbeit in den Bundesländern funktioniert und wie diese mit Rahmenverträgen in den einzelnen Bundesländern unterlegt sind. In fünf dieser Rahmenverträge kommt das Wort "Kreativität" als Ansatz in der Kita-Arbeit bislang nicht vor. NRW gehört dazu.

Die Kita-Arbeit ist in Deutschland nach wie vor bei Familie verankert und wird noch nicht dem Bereich Bildung zugeordnet. Andere EU-Ländern haben dieses bereits berücksichtigt und entsprechend neue Bildungskonzepte für Kitas umgesetzt.

Und die meisten Kitas in Deutschland sind weiter genderorientiert bestückt: Kasperle-Theater, Kaufmannsladen, Puppenwagen, Puppen und Autos/Lego. Gerade aber in dieser frühkindlichen Zeit bilden sich Rollenspiele bereits aus und manifestieren sich dann auch schon. Hier müssen also Alternativen angeboten werden.

Weiter gibt es selbst im "freien kreativen Ansatz" immer wieder starke Vorgaben: Laubsägearbeit (in der Grundschule) erfolgt unter der Vorgabe, welches Objekt ausgesägt wird, in der Kita werden Mandalas zum Ausmalen angeboten, die Werkstatt mit der Vielfalt an Materialien wird nicht bereit gestellt oder einfach nicht genutzt, Malen mit Wassermalfarben, Collagen oder Ähnlichem erfolgen nur bedingt.

Frau Professorin Weinbach zeigte auf, wie eine Werkstatt-Kita Kinder animierte, ein Projekt anzugehen. Ca. 6 Kinder von fünf Jahren starteten ein Groß-Projekt, sie bauten ein Gebilde aus Pappkartons, Rohren und Alufolie. Als es fertig war, sagten die Kinder allesamt, es sei völlig klar, was das sei: eine Fabrik.

Hier hätte man das Thema noch vertiefen und nun die Kinder an Fabriken heranführen können. Die Erzieherin nahm hier Fabrik lediglich zur Kenntnis und ließ es dabei bewenden. Hier startet aber die Vermittlung von "technischem Wissen", Begeistern vom Lernen, die Welt erklären und die Kinder "sich ein Thema erarbeiten lassen" an. Hier hätten die Kinder in Folge Fabriken malen können, Schlote bauen können, ein Buch über Fabrikarbeit lesen können, ...

Zuletzt ging Frau Professorin Weinbach auf den Humor von Kindern ein. Ein sehr spannender Ansatz, da er zeigt, dass Kinder sich erproben und oft durch reine Wortwiederholungen Witz zum Ausdruck bringen. Viele Erwachsene beachten dieses Verhalten nicht, da es aus ihrer Sicht allenfalls "Herumalbern" ist. Kinder aber verwenden eine Gabel als Boot oder erproben den Essensteller als Raumschiff, natürlich kann nicht ein gefüllter Teller als Raumschiff zugelassen werden, aber die Erzieher/innen müssen sich fragen, ob sie Humor von Kindern akzeptieren und vor allem zulassen. So zeigt sich auch in Versuchen, dass Kinder meist unter sich Witze machen, eventuell noch Kind in Richtung Erzieher/innen. Die Erzieher/innen aber fast nie Späße mit den Kindern anzetteln.

Meine hier aufgeführten Aspekte sind Erklärungsversuche, diese sind nicht in Stein gemeißelt, eine Neuausrichtung im Denken erfolgt nur mit einer Vielzahl an kreativen Köpfen! Seien sie dabei und helfen Sie, die Kita der Zukunft anzudenken!

Rechtsanwältin Maren Jackwerth, Beratung Jackwerth, Rheinisches Stifterforum, Königsallee 14, 40212 Düsseldorf, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.